Das ist ein wunderbarer Opern-Ort: Der Graubner-Bau von 1958 in Lünen, 1966 durch Heinz Hilpert – den großen Theatermacher der Nachkriegszeit – per Patenschaft geadelt.

Und jetzt wirklich Oper im ansonsten eher stadthallenmäßig genutzten Prachtbau: Es gastiert das traditionsreiche, opern-vermittelnde Detmolder Landestheater mit einem Figaro (in Deutsch), der in unkomplizierter Mozart-Attitüde das Lünener Publikum zu Mozart-Fans werden lässt.

Das Ensemble integriert spontan eine kurzfristige Einspringerin: Stephanie Elliott spielt und singt hochprofessionell eine äußerst aparte Susanna ohne szenische Probe mit bewundernswertem Einleben in das wirbelnde Geschehen!

Das Publikum im Lünener Theater ist schwer beeindruckt, folgt außerordentlich aufmerksam – ist sich offenbar beim Szenenapplaus nicht sicher, spart am Ende aber nicht mit langanhaltendem, zustimmendem Beifall!

Franz R. Stuke